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(TZ 22.12.2015)
1. Kronberger Laienspielschar
Mundart am vierten Advent

22.12.2015 Besinnliche und heitere Weihnacht an einem Abend? Das klingt nach einem unmöglichen Spagat. Doch die 1. Kronberger Laienspielschar, die unter dem Motto „Macht uff die Türn“ durch die vorweihnachtlich geschmückte Altstadt führte, schaffte das auf sympathische Art und Weise. Emma (12), Birgit Ritschel, Luise (6) und Marc (wird morgen 8) beim Plätzchenbacken.

 

 

Im Zentrum des Rundgangs der 1. Kronberger Laienspielschar „Macht uff die Türn“ stand der mundartliche Blick auf das bevorstehende Weihnachtsfest: Vom Hausputz vor dem Verwandtenbesuch über den Ärger mit dem Tannenbaum bis zum Gedränge auf dem Weihnachtsmarkt.

Los ging es im Recpturhof, wo etwa 20 in Tracht gekleidete Vereinsmitglieder unter der Leitung von Wolfgang Schmitt-Gauer das große Publikum mit Adventsliedern auf den Abend einstimmten.

Danach führte die Nachtwächterin Petra Nauheim die Gäste durch eine mobile Tür – ein Tor, das mehrfach zum Einsatz kam und so die Szenen voneinander trennte. In der Tanzhausstraße begab sich das Publikum zunächst in die Weihnachtsbäckerei, in der Kinder mit Backhauben fleißig Teig kneteten, mit einem Nudelholz den Teig ausrollten und in die Rührschüssel langten. Dazu sang die Schar das Lied „In der Weihnachtsbäckerei gibt es manche Leckerei“, in dem am Ende die Plätzchen verbrennen. Fürs Publikum gab es von den Kindern stattdessen Butterplätzchen vom Blech. Eine Geste, die gut ankam, genauso wie der später gereichte heiße Glühwein und die Lebkuchen mit Weihnachtsgruß.

Hilfe, der Baum nadelt

Viel Zeit für die Verkostung blieb den Gästen allerdings nicht, denn vor der Streitkirche spielte sich bei den Breitlings ein wahres Drama ab. „Erna, der Baum nadelt“, stellte Herr Breitling fest. Seine Frau rief Nachbar Schmitt hinzu, der tatsächlich aus dem ersten Stock des Fachwerkhauses schaute und auf die tolle Idee kam: „Da rufen wir mal den Notdienst an.“ Prof. Dr. Dülmann vom Botanischen Institut Palmengarten brachte zahlreiche Studenten mit, um die Katastrophe zu erforschen, doch, oh weh, der Professor konstatierte: „Das Naturschauspiel ist leider vorbei.“ Bei dem Drama vergaßen die Darsteller glatt, dass Nicolas (15) noch das Gedicht vom elektrischen Christbaumständer vortragen sollte.

Aber kein Problem für die improvisationsstarken Darsteller: Das Tor zum Schirnplatz, der als Kirche den Rahmen für festliche Weihnachtslieder darstellen sollte, wurde nun kurz noch umgedeutet für das Gedicht.

Auch das mobile Tor wollte nicht immer seine Arbeit verrichten: „So, ist das Schloss jetzt wieder ganz?“, horchte die Nachtwächterin. „Nein“, kam aus dem Off. Am Ende erbarmte sich die Tür dann doch. Schließlich sollten die Gäste noch an einigen Stationen anhalten: So wurde etwa bei den Ohlbergs in die Stube geschaut, die einen Weihnachtsmann gebucht hatten und dann zu ihrem Leidwesen noch Knecht Ruprecht, den mit einer Lichterkette im Haar strahlenden Engel Gabriel sowie Sankt Nikolaus mit Schnittchen und gutem Whiskey verköstigen mussten. Auch eine Liebesgeschichte zwischen zwei Gebäckfiguren und eine Ode auf den mit Zimt und Nelken verfeinerten Ebbelwei wurde zum besten gegeben.

Zum Abschluss durfte das Publikum selber singen: Dazu hatte die Laienschar eine Abordnung des Kronberger Musikvereins bestellt. Gemeinsam wurde an der geschmückten Tanne auf dem Schirnplatz musiziert und gesungen – wie an Heiligabend. Und wer das noch nicht erlebt hat, dem vermittelte Annette Reinhardt zuvor mit ihrem Gedicht zur Kronberger Weihnacht, wie es dort am 24. Dezember zugeht: ein Gedränge ohne Ende. Dazu war der Rundgang die beste Einstimmung.



 

Weingenuss unter Laternen

 

Seit 40 Jahren besteht die Freundschaft zwischen der Weinbaugemeinde Guldental und Kronberg. Wie ließe sich dieses Jubiläum besser feiern als mit einem Weinchen in der Altstadt?

Kronberg. 

„Guldentaler Wein unter Kronberger Laternen“ lautet das Motto am Samstag, 1. Juni, wenn das 40-jährige Bestehen der Freundschaft zwischen der Weinbaugemeinde Guldental und der Stadt Kronberg gefeiert wird.

Im Mittelpunkt stehen zwei Laternenweg-Führungen durch Mitglieder der Kronberger Laienspielschar, ergänzt durch vier Stationen, an denen je ein Kronberger Partnerschaftsverein Guldentaler Wein ausschenkt und kulinarische Kleinigkeiten mit Bezug zu den Partnerstädten anbietet.

In Absprache mit der Stadt haben der Aktionskreis Lebenswerte Altstadt und die Tourismusförderung in Kronberg den Jubiläumstag geplant und organisiert. Die Grundidee für den Laternenweg stammt vom Kulturkreis.

Für die beiden Laternenweg-Führungen sind Anmeldungen erforderlich, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist. Die Anmeldungen erfolgen ausschließlich in dem Geschäft „Klaa Kronbersch“, Tanzhausstraße 2.

Dort ist auch der Kostenbeitrag von 15 Euro zu entrichten. Darin sind die Führung, die Verköstigung an den Ständen sowie das Abschlusstreffen im „Posthaus“ enthalten. Die Teilnahmekarten werden jeweils zu Beginn der Führungen im Recepturhof ausgegeben.

Treffpunkt für die beiden Führungen ist der Recepturhof. Und zwar für die erste Führung um 17 Uhr und für die zweite Führung um 18 Uhr. Dort werden die Gäste vom Aktionskreis Lebenswerte Altstadt Kronberg mit einem Glas und Häppchen begrüßt. Die erste Gruppe zieht dann um 17.30 Uhr los, die zweite um 18.15 Uhr.

Beide Führungen enden am Restaurant „Posthaus“. Die erste Führung gegen 20.15 Uhr, die zweite gegen 21 Uhr. Dort bietet die TiK mit Unterstützung des Altstadtkreis-Serviceteams Weißwein, Rosé und Sekt an. Für Essen sorgt das „Posthaus“.

(tz)
Artikel vom 23.05.2013, 00:00 Uhr


 

Taunuszeitung, KW 14, 2010

Das nächtliche Glanzlicht

Führungen auf dem Laternenweg sind der Renner bei der Laienspielschar

Ein Laternenweg in Kronberg – für was braucht man so etwas? Die Frage hatten doch einige Skeptiker gestellt, als das Projekt vor drei Jahren intensiv diskutiert wurde. Die passende Antwort bekamen die Zweifler spätestens jetzt bei der Mitgliederversammlung der Laienspielschar.

Kronberg. Gerade einmal zwei Jahre ist es her, dass Petra Nauheim im Ornat des Kronberger Nachtwächters die ersten interessierten Zuhörer über den Laternenweg geführt hat. Von einigen Zeitgenossen damals sanft belächelt, sind es heute die Vorsitzende der 1. Kronberger Laienspielschar und ihre Mitglieder, die gut Lachen haben. Ihre Hoffnungen, die sie mit den Führungen vorbei an den mit Scherenschnitten verzierten Laternen und durch die abendliche Altstadt verknüpft haben, sind mehr als erfüllt worden.
«Wir haben über Berg und Tal geführt», betonte die Vereinschefin jetzt bei der Hauptversammlung der Laienschauspieler, «und seit der Erstbegehung über 1000 Besucher auf den Weg gebracht».

10 öffentliche und 11 private Führungen, davon eine Führung in englischer Sprache, haben die Mitglieder der Laienspielschar allein im Jahr 2009 bestritten und vor den Augen der Besucher in szenischen Darstellungen und mit Hilfe der Scherenschnitte die Kronberger Geschichte wieder lebendig werden lassen. Damit ist der Kronberger Laternenweg zum echten «Kassenschlager» avanciert. Denn ein Großteil der Einnahmen des rührigen Vereins kommt, nach dem Bericht von Kassiererin Heike Fuchs-Limberger aus diesem Projekt.

Ausbau denkbar
Mittlerweile, so die Vorsitzende, zieren gut 50 Scherenschnitte aus der Hand des Künstlers Albert Völkl die Kronberger Laternen. Jeder Schnitt für sich ist ein Kleinod, verpasst der Burgstadt wenn es Nacht wird, sein ganz besonderes Glanzlicht. Kein Wunder, dass sich der Vorstand derzeit über einen Ausbau beziehungsweise die Erweiterung von Routen über den Laternenweg Gedanken macht, wie Petra Nauheimer berichtete. Ihr Dank galt am Abend der Mitgliederversammlung im «Posthaus» allen Beteiligten: «Selbst wenn es an der einen oder anderen Stelle nur zu fünf Minuteneinsätzen kam, war das doch eine große Hilfe für uns. Jeder hat den Weg mit seinem Beitrag lebendig werden lassen.»

Ähnlich positiv wie die Zahl der Besucher entwickelt sich auch der Mitgliederbestand. Derzeit gehören 58 Männer und Frauen der Laienspielschar an. Aus haftungsrechtlichen Gründen, so die Vereinsvorsitzende, habe man sich im vergangenen Jahr entschlossen, den Verein in das Vereinsregister eintragen zu lassen. Die hierfür notwendige Satzungsänderung wurde bei der Versammlung einstimmig von den Mitgliedern beschlossen. «Im nächsten Jahr stehen die Vorstandswahlen an. Wir werden den Vorstand dann um einen Beisitzer erweitern», kündigte Petra Nauheim schon einmal an.

So groß der Stellenwert des Laternenweges auch mittlerweile im Vereinsleben ist, bleibt im Verein doch noch ausreichend Zeit, das kulturelle Leben der Stadt auch auf andere Art zu bereichern. «Dass wir mittlerweile auch wieder aus dem Stegreif singen können, haben wir der Tatsache zu verdanken, dass wir wieder einen Dirigenten an unserer Seite haben, der eben mal die Gitarre auspackt und einfach loslegt», erzählte die Vorsitzende amüsiert. «Sie sind für uns eine echte Bereicherung», fiel das Lob Nauheims an die Adresse von Wolfgang Schmitt-Gauer entsprechend vollmundig aus.

Der so Gelobte gab die Blumen allerdings auch gerne zurück. Ihm sei die 1. Kronberger Laienspielschar «während der bisherigen Zusammenarbeit auch sehr ans Herz gewachsen», betonte Schmitt-Gauer und setzte gleich noch einen Vorschlag hinzu: «Ich bin dafür, noch öffentlicher zu werden. Sie sollten ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen. Sie sind ein wichtiger Beitrag zur Kronberger Kultur.» Die Entwicklung der Laienspielschar sei enorm, betonte Schmitt-Gauer. Um den musikalischen Bereich noch weiter auszubauen, startete sogleich einen Aufruf. «Wer singen kann, ist jederzeit willkommen. Wir suchen Männerstimmen und Frauenstimmen. Ein Mitmachen lohnt sich allein wegen des Spaßes. Wir haben auch viel Geduld», betonte er amüsiert.

 

 

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